Toskana - Über den Futapass nach Florenz

 
Mailand haben wir mit dem Wohnmobil schon einige Zeit hinter uns gelassen. Auf der Autobahn A 1 geht es weiter in Richtung Bologna. Vorbei an Piacenca, Parma, Modena, bis Bologna und von dort weiter in Richtung Florenz.
Über die Ausfahrt Roncobiláccio verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Landstrasse in Richtung Firenzuola.
Der Futapass (etwa 900 m) ist dann in wenigen Minuten erreicht, auch wenn wir wegen starkem Nebel nicht viel von der Landschaft sehen können. Es ist geplant, auf dem Campingplatz "Lo Stale" zu übernachten und diesen als Ausgangspunkt für den Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes zu nutzen.

Das Tor des Campingplatzes lässt sich wegen des starken Nebels erst aus nächster Nähe erkennen. Es ist 14.30 h und laut Beschilderung am Tor des Platzes bis 15.00 h Siesta. Wir beschließen, bis dahin zu warten. Kaum ist dieser Entschluß gefasst, öffnet sich das elektrisch angetriebene Tor.
Wir können uns anmelden und es wird noch die Frage gestellt, wann wir duschen möchten. Dazu wird dann extra der Warmwasserboiler angestellt. Wie wir feststellen sind wir fast die einzigen Gäste (Ende September). Die Wohnwagen der Dauercamper stehen wie verlassen auf dem Gelände.

Der Campingplatz "Lo Stale" befindet sich auf einem terassenförmigen Gelände. Wahrscheinlich stammt der Ursprung der Gebäude und Anlagen aus dem zweiten Weltkrieg, wo sie vermutlich als Erholungsanlage für die deutschen Soldaten genutzt wurden. Seitdem wurde kaum etwas verändert. Die Sanitäranlagen sind renovierungsbedürftig, aber sauber. Im Eingangsgebäude gibt es eine kleine Bar. In unmittelbarer Nähe (100 m) lädt ein Restaurant / Pizzeria zum gemütlichen Essen ein.

Nachdem das Wohnmobil geparkt ist, geht es zu Fuß zum Soldatenfriedhof.
 
Toskana - Zum Soldatenfriedhof auf dem Futapass
 
Der deutsche Soldatenfriedhof liegt auf einer Bergkuppe. Über 30800 Gefallene des 2. Weltkrieges haben hier die letzte Ruhe gefunden.
 

Toskana - Soldatenfriedhof am Futapass

Auf dem Futapass befand sich 1944 eine wichtige Hauptkampflinie - auch "Gotenlinie" genannt. Hier sollte der Vormarsch der Alliierten nach Norden aufgehalten werden.
Die meisten Gefallenen sind Opfer britischer und amerikanischer Angriffe im August 1944 geworden.
Nachdem sich die Kämpfe lange hinzogen, brach Ende April 1945 die Verteidigungslinie zusammen.

 

Etwa 10000 Grabzeichen aus Granit für jeweils zwei bis vier Gefallene kennzeichnen die Gräber.
Auf dem höchsten Punkt des Geländes befindet sich ein Ehrenhof mit Krypta.

Toskana - Futapass - Blick zu Krypta und Ehrenhof

 

Toskana - Futapass - Blick von der Krypta

Im Eingangsgebäude ist ein Plan des Soldatenfriedhofes vorhanden. Die Namen aller Gefallenen sind in mehreren dicken Bänden festgehalten.
Bei klarem Wetter haben Sie von dort eine wunderbare Aussicht.

 
In unmittelbarer Nähe des Campingplatzes gibt es in ca. 800 m Entfernung eine alte Poststation, eine gemütliche Gaststätte, wo man in "Wohnzimmeratmosphäre" italienische Speisen zu sich nehmen kann.

Im Sommer ist es auf dem Futapass sehr erholsam. Tagsüber ist es meist angenehm warm und nachts kühlt es sich erfrischend ab. Die waldreiche Region lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Bologna und Florenz sind gut zu erreichen.

Falls Sie weiter nach Florenz fahren möchten, können Sie zwei Wege wählen. Entweder über die Autobahn A 1 oder etwas gemütlicher über die SS 65. Bis Florenz sind es noch etwa 40 Kilometer.
Falls Sie einige Tipps für diese Stadt suchen: Meine Seite
"Florenz - Städte und Kultur in der Toskana" hält diese bereit.
 

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